It's Just About We, 2018
Ausstellungsprojekt initiiert von Celia & Nathalie Sidler, in Zusammenarbeit mit Willimann/Arai
Gastbeiträge von Barbara Muff, Ruth Stofer, Adrian Notz, Institut neue Schweiz


Ergänzend zu den ausgestellten Werken sind die Veranstaltungen mit weiteren Gästen und Kooperationen, die, ganz im Sinne des aktionistischen Charakters, weitaus mehr, als nur ein Rahmenprogramm: das Aerobic Happening mit Start auf dem Marktplatz von Willimann/Arai, die Performance von Celia & Nathalie Sidler in Kooperation mit den Chlauschlöpfer Lenzburg an der Vernissage, der Maskenball mit donattt und DJ Marcelle/Another Nice Mess an der Museumsnacht, der Diskussionsabend mit INES (Institut neue Schweiz), Shirana Shahbazi und Gästen, sowie der Saaltext, verfasst von Alice Wilke, der im Dialog mit den Kunstschaffenden entstand.

"Es ist zunächst nachvollziehbar, wenn von den meisten die Begriffe "Wir" und "Gemeinschaft" in erster Linie positiv bewertet werden. Denn das Wir ist seit Anbeginn eine Lebensversicherung, die ihre Mitglieder nach aussen hin schützt und stärkt. Seine geometrische Form ist ein Kreis. Indem er ein Innen erzeugt, schafft er zwangsläufig auch ein Aussen. Diese Trennung und Abgrenzung ist die Schattenseite jeder Form von Gemeinschaft, eine Linie die leicht zur Mauer anwachsen kann. Darin liegt die Gefahr, wenn alles Sein ausserhalb unseres eigenen Rudels durch das Bedürfnis sowohl nach Abgrenzung, wie gleichzeitig nach Zugehörigkeit zur Gruppe das Aussen als das per se Andere verzerrt. Von hier aus wird der Schritt kurz, zum Andersartigen als dem Fremden, als dem Feind. Dabei spielt es keine Rolle ob wir durch einen darwinistischen, religiösen oder ideologischen Filter die Konstellation von uns und den anderen betrachten. Das ist die verfluchte Achillesferse des Wir. Ist ein Wir ohne Ausschluss überhaupt denkbar? Wer hat das Recht Wir zu sagen und warum? Welche Formen des Wir brauchen wir in einer Gegenwart geprägt von Liberalismus und Globalisierung? Wie weitreichend kann ein Wir gesteckt werden, damit wir es dennoch begreifen und leben können?"
Ausschnitt aus dem Saaltext von Alice Wilke